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Behind the mind

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Virtuelles Sodbrennen

Virtuelles Sodbrennen (1)

Die Tage rollen so dahin und meine Tableisten quellen über vor Informationen und lesenswerten Texten. Da will ich überall noch was lesen – überall noch mal drüber nachdenken und am liebsten überall auch noch meinen Senf dazu ablassen.

Die geballten Informationen kugeln sich in meinem Kopf – ich hab schlechte Laune. Das soziale Netzwerk schreit in regelmäßigen Abständen nach dem Ich-glaub-ich-muss-kotzen-button – aber er ist nicht da. Es bleibt ja auch eigentlich gar keine Zeit die medialen Mahlzeiten ordentlich zu kauen und zu verdauen – geschweige denn die Zeit, sich mal ordentlich auszukotzen.

Virtuelles Sodbrennen. Zu viele unverdauliche und übersäuerte Nachrichten. Oft sind es die verlogenen Worte – die unerträglichen Formulierungen,  die so schwer im Magen liegen.

Zum Glück gibt es auch noch die virtuellen Süßigkeiten im Netz – die witzigen Videos, süße Katzenbilder und coole Sprüche und jede Menge genialer Musik. Es gibt Kunst und Co, Street Art, D.IY-Anleitungen und Kochrezepte und jede Menge Echtzeitkommunikation via Chat

Ich will einen anderen Umgang finden. Will nicht auf das Netz und seine Informationen verzichten.

Bei Magenbeschwerden empfiehlt die Ärztin darauf achten was man isst und wann und wo. Die Nahrung sollte ausgewogen, nicht so viel und  nicht so fett sein ; Kohlenhydrate sollte man reduzieren und zum essen sollte man sich  ausreichend Zeit nehmen und nichts runterschlingen. Und vor dem schlafen gehen soll man nichts mehr schwer verdauliches essen – das könnte einem den Schlaf rauben.

Was heißt das für meine virtuelle  Magenverstimmung ? Weniger lesen, weniger bookmarken ? Weniger kommunizieren? Weniger Zeit im Netz verbringen? … mal sehen ….

Virtuelles Sodbrennen (2)

Den Text oben hab ich vor eine Woche geschrieben und mittlerweile hab ich viel darüber nachgedacht was ich machen könnte – was ich ANDERS machen könnte. Der Plan mit dem Blog gehört ja schon dazu – und ich frage mich warum ich mich so davor drücke. Warum ich denke für einen Blog perfekt schreiben zu müssen, während ich in den sozialen Netzwerken meine Statusmeldungen und Kommentare z.T unkorrigiert und meist sehr spontan so dahin schlonze. Ich bin noch nicht wirklich dahinter gekommen was es ist – aber ich will es auf jeden Fall mal weiter beobachten und analysieren.

Behandlungsplan:

Ich hab mittlerweile schon mal angefangen, etwas zu unternehmen. Seit einer Woche mache ich mir eine Tagesliste mit den links, die sich in meiner Tableiste so ansammeln – so hab ich nicht mehr das Gefühl, von den Nachrichten unter Druck gesetzt zu werden, nicht mehr Angst dass mir die links abhanden kommen und meine Bookmarkliste wird auch nicht mehr überstrapaziert.  Ich kann in Ruhe sortieren was ich wirklich lesen will – wozu ich noch was schreiben will und kann den Tag mit einer freien Tabzeile beenden– das ist schon mal was.  Ich kann daran auch gut erkennen, welche Themen mich wirklich bewegen und welche so dazwischenrutschen wie die Meldungen aus aller Welt die auf den Printzeitungen meistens auf der letzten Seite stehen

Mein Plan ist jetzt – ich weiß nicht ob ich das so hinkrieg – in regelmäßigen Abständen eine Linkliste mit den sortierten links hier im Blog zu posten und nicht mehr in den sozialen Netzwerken .

So „belästige“ ich einerseits nicht meine Kontakte und Freunde mit zu vielen Posts und andererseits können die Leute, die wirklich wissen wollen, welche Themen mich bewegen, Leute die an meinen Links interessiert sind, im Blog nach den Nachrichten stöbern .

Es ist ein Versuch, die Sache in den Griff zu bekommen – ob es funktioniert – ob es Sinn macht – ob es mich womöglich noch mehr stresst, kann ich noch nicht sagen.

Anmerkung : Die Linkliste der Woche folgt in Kürze😉

wartezimmer

Ein Morgen im Wartezimmer – mal wieder Gelegenheit durch die bunte Bilderwelt von Brigitte, Freundin, Heim und Garten oder livng @ home zu blättern …

Ich frage mich wie ich es aushalte ohne diese neuen Schuhe, ohne das Superduperparfum und ohne den neuen Lippenstift mit den wertvollen Pflegeproteinen. Und ich sehe schon : ich muss dringend wieder zum Frisör. Ich frag mich auch gerade, warum ich nicht schon längst eine Diät angefangen haben – so fett wie ich mich gerade beim durchblättern der Hochglanzwelt fühle.

Für mein Sexualleben sind laut Brigitte die Hormone zuständig – welch neue Erkenntnis und living @ home zeigt mir, wie ich mich besonders gut stressen kann, wenn ich das nächste Mal Besuch kriege : also mit Vorbereitungen und Dekoschnickschnack … schließlich habe ich ja die perfekte Gastgeberin zu sein. Und meine Möbel sind ja auch sowas von out und mein Bad müsste ich längst komplett sanieren lassen … zum Jahres-Horoskop für 2013 und den Tips wie ich im kommenden Jahr noch erfolgreicher im Beruf sein kann und wie ich meinen Chef am besten um den Finger wickele, komm ich nicht mehr

… ich werde von der perfekt gestylten Sprechstundenhilfe aufgerufen und bin endlich an der Reihe … uff – geschafft …

So ein Jahresanfang ist ja ganz praktisch.  Man kann den liegengebliebenen To-Do’s eine neue Chance geben. So nutze ich jetzt also mal die Gelegenheit das mit dem Blog nochmal auszuprobieren.

Das Problem ist nur: für was brauche ich eigentlich einen Blog ? Was will ich damit? Macht es überhaupt einen Sinn einen Blog zu erstellen? Wird so ein Blog nicht noch mehr Zeit fressen? Werde ich mit einem blog nicht völlig in der Netzwelt verschwinden ?

Außerdem hörte ich neulich jemanden aus meinem Bekanntenkreis sagen: „Blogs sind völlig out“. Also weshalb jetzt mit was anfangen was „völlig otut“ ist ?

Na ja – es hat mich noch nie interessiert, ob etwas in oder out ist – ich mach wozu ich Bock hab und so probiere ich es jetzt einfach aus.  Für mich ist ein Blog auch eine Chance wieder mehr „Netzautonomie“ zu bekommen  (bin mir zwar nicht sicher ob es dieses Wort überhaupt gibt – aber auf jeden Fall ist es  für mich auch  ein Schritt weg von Facebook und schafft die Möglichkeit wieder intensiver Texte zu schreiben, statt nur Kommentare und kurze Statusmeldungen)

Ein Blog ist für mich Neuland,  ich lerne etwas neues und das macht ja auch Spaß – und wenn ich irgenwann merken sollte, dass so ein Bog doch nicht mein Ding ist, kann ich ihn ja auch einfach wieder löschen.

Themen für meinen Blog werden schwerpunktmäßig sein: Leben in der Netzwelt , Behindert oder was , kunst und photos, Geschreibsel, Politik&Soziales, Lernwelten

Aller Anfang …

So – geschafft! Schon lange spiele ich mit dem Gedanken, mir einen eigenen blog zuzulegen. Jetzt hab ichs endlich geschafft.

Es ist alles nicht so einfach. Sicher, wenn man mal mit der Materie vertraut ist, wird es sicher auch einfach sein, seinen Blog gut zu füttern und zu pflegen – aber bis dahin dauerts wohl noch … alles so schön bunt hier

Na ja – ich bin ja lernfähig.